The good and the bad end
43 Zeichnungen von Frank Dömer
Verschwinden und dann Wiederauftauchen
[...] Aus den ersten Arbeiten entstanden Überzeichnungen und Fortschreibungen, die sich in Reaktion zueinander mäandernd durch das ganze Konvolut schlängeln. Erinnerungen und Verschiebungen, Verwischungen und Erleuchtungen. Klärungen. Es tauchen Gestalten auf, Gegenstände, Situationen, Landschaften, Traumbilder. Die Motive verdichten sich, lösen sich auf und verwirbeln. [...]
Nicht zuletzt sind die Zeichnungen eine ganz augenscheinliche Metapher für das Leben in dieser Zeit: Man muss immer auch nach vorne und zurückschauen, um eine Geschichte zu verstehen. ...weiterlesen
The good and the bad end
43 Drawings by Frank Dömer
Translation by Patricia Edgar, Köln
Fade and then return
[...] Over-drawing and extensions developed out of the first works, which then, reacting to each other, meandered through the entire group of works. Memories and shifts, blurring and illuminations. Clarifications. Figures appear, objects, situations, landscapes, dream images. The motifs condense, dissolve and swirl. [...]
Finally, the drawings are also an obvious metaphor for life nowadays:
You always have to look forwards and back in order to understand a story. ...read more
Landschaft ist stets in Bewegung
von JÜRGEN KISTERS, Kölner Stadtanzeiger
Die Landschaftsmalerei, als Natur- oder Stadtlandschaft, hat eine lange Tradition. Umso schwieriger ist es für zeitgenössische Künstler, neue Varianten in diesem Genre zu entwickeln. Ungewohnte und individuelle Sichtweisen zum Beispiel, die uns die Landschaft in unbekannten Farben und Formen sichtbar werden lassen. Oder konzeptuelle Naturstudien, die den Blick auf völlig unerwartete Aspekte lenken...weiterlesen
Brooklyn Museum, New York, NY, 2001
Der zurückgenommene Blick, die Akzeptanz des "Es ist wie es ist" kennzeichnen
die photographischen Arbeiten von Frank Dömer. "Frank Dömer bleibt dem
Prinzip einer sachlichen Fotografie treu und weicht einer Parabelhaftigkeit
aus, mit der die romantische Malerei des 19. Jahrhunderts die Alpengletscher
als Sinnbild für die Urgewalten der Natur im Bilde festhielt. Der fotografische
Blick ist nüchtern und sezierend; die bidnerische Botschaft ist mithin
aufklärerisch, und zwar ohne die Manieriertheit mancher Bildreportagen
in 'Stern' oder 'Geo'." (Jürgen Raap, Kunstforum Bd. 170, Mai-Juni 2004,
S. 301) Wie für die Berglandschaften und die Almhütten gilt auch für
die Stadtbilder (z. B.: New York, Köln, Paris oder Berlin) das Spezifische
aus dem Alltäglichen und eigentlich Banalen herauszulesen und sichtbar
zu machen.
"As a distant observer of the surrounding world Frank Dömer looks for specific characteristics on the one hand, and the ordinary and familiar on the other. Dömer approaches this in a very direct way, with great formal clarity and an unerring compositional sense."
Claudia Schubert, 2003
Frank Dömer - Das ideale Atelier
Es muß im Jahre 1989 gewesen sein, als mir ein Kollege erklärte, die Traumvorstellung seines Künstlerdaseins wäre es, eine Art Handlungsreisender in Sachen Kunst zu sein. Ihm genüge ein Aktenkoffer, der Rest sei in seinem Kopf und für den lästigen Papierkram reiche ein Büro mit einer Sekretärin. Sein Atelier hatte er gerade aufgegeben.
Andere, z.B. van Gogh, litten ihr ganzes Leben unter der Tatsache, nicht
einen wirklichen Platz zu haben. Natürlich gab es immer Raum, aber der
war mehr geborgt, sozusagen auf Zeit geliehen. Was van Goghs gesamte Lebenserfahrung
betrifft und ihn nicht daran hinderte, in einem alten Schuppen in Arles täglich
mehrere Bilder zu malen. Ja, wahrscheinlich mußte dies sogar so geschehen,
aufgrund des Bewußtseins
von der knapp bemessenen Zeit...weiterlesen
Frank Dömer - The ideal atelier
Translation by Martina Rosenthal, Köln
It must have been 1989 that a colleague explained to me that the fantasy of perfection at the core of his artistic being consisted of turning into a new species of travelling salesperson. It would be enough for him to have a briefcase for he could store all the other matters in his head; as for the stressful paper-work an office with a secretary would suffice. He himself had just given up his studio.
Others e.g. van Gogh suffered their whole lives from the actuality of not having a real place. Of course there were always spaces or rooms but they were to all intents and purposes borrowed for short periods. Van Gogh experienced this pattern his entire life and it did not stop him from painting a number of pictures every day and that in an old shed in Arles. Indeed probably it had to happen this way due to his presentiments of the short period of life remaining to him...read more